Geschichte der Heime "Auf Berg" in Seltisberg

M. Bennet, A. Sturzenegger, H. Heinzl, P. Tanner

25. Juni 2012



Geschichte des Alt- und Neubaues bzw. der Heime “Auf Berg“

1879 Bau des Hotels Belvedere mit Ausflugsrestaurant

ca. 1890 Einrichtung von Solbädern, Sole von Bubendorf heraufgepumpt

1919 Zufolge Nichtrendite Verkauf an Fräulein Meyer, welche daraus ein Kinderheim machte, verbunden mit einer Schule.

Anbau von 2 Kriegsbaracken des Roten Kreuzes zu Unterbringung der Kinder.

1922 Gründung des Kinderheimes.

1929 Kauf des Heimes durch den Schweiz. Kath. Fürsorgeverein. Zukauf des Landes bis zum Wald, total:
von Gemeinde Seltisberg 12'724 m²
von Gemeinde Liestal 8'300 m²

1929 – 1933 Reorganisation des Heimes durch Zuzug von Lioba-Schwestern aus Freiburg i. Br., welche die Heimleitung übernahmen; ca. 12 Schwestern und 1 Hausgeistlicher.
Zuzug von PD Dr. med. Hottinger.

1933 Bau des Hotels Belvedere mit Ausflugsrestaurant

1935 Gründung des Katholischen Fürsorgevereins Baselland.

Bescheidener Umbau des Heimes mit Anbau eines Nordost-Teiles für die Küche.

Die Kinder sind fortan in den Sälen des Hauses untergebracht; die Baracken dienten als Unterkunft für die ledigen Mütter und die Schwestern.

1941 Bau von Spielplätzen und einer Spielwiese, Umbau des Stalles in eine Geistlichen- und eine Gärtnerwohnung. Ausbau einer kleinen Gemüse- und Obstwirtschaft mit Hühner- und Schweinestall.

1942 Prof. Hottinger ersucht um finanzielle Hilfe bei der Chemischen Industrie und bei Nestlé mittels Berichten und Plänen.

1949 Anschluss der Schule für Kinderpflegerinnen an den Schweiz. Verband dipl. Schwestern für Wochenpflege, Säuglings- und Kinderpflege (WSK-Verband).

Beginn der 3-jährigen Lehre, Aufbau der Schule für Kinderschwestern unter der Leitung von Prof. Hottinger in Zusammenarbeit mit dem Kin-derspital Basel.

Heimbelegung 1933 - 1954

Entwicklung progressiv, trotz Mangel an Ordensschwestern resp. Rückruf derselben während der Kriegszeit.
  • bis 60 vorschulpflichtige Kinder und Säuglinge
  • bis 12 ledige Mütter
  • bis 16 Schwesternschülerinnen in Doppelkursen von 3 Jahren.
ab 1950 Der Verfall des Baues wird immer bedrohlicher. Andauernde Reparaturarbeiten, nichts als Flickwerk!!

1961 Verkauf des Heimes vom Schweiz. Kath. Fürsorgevereins an den Kath. Fürsorgeverein für Frauen, Mädchen und Kinder Baselland mit Sitz in Liestal, mit Rückkaufsrecht für den Fall, dass das Heim nicht mehr für Fürsorgezwecke verwendet wird.

1964 Rückruf der letzten Lioba-Schwestern, Übernahme der Heimleitung durch die St. Katharina-Schwestern, Basel.

Reduktion der Kinderzahl von ca. 60 auf ca. 40 Kinder zur Verbesserung der Unterkunfts- und Pflegeverhältnisse.

1966 - 1968 Das Heim, war in der Zwischenzeit dermassen veraltet und baufällig, dass die Schliessung immer wieder erwogen wurde.

1967 Lieferung einer neuen Militärbaracke als Leihgabe des EMD, Unterkunft für 10 Angestellte. Aufstellung unter Mithilfe von Oberst René Huber, Schul- und Waffenplatz-Kommandant, Liestal.

1968 Rückzug der St. Katharina-Schwestern, weitere Orden können nicht mehr verpflichtet werden, weder für Leitung, noch für Schule oder Personal.

Neuorganisation von Heimkommission und Heimleitung

1968 Herr Schlatter übernimmt die Heimleitung bis 1977, Dr. Chrétien über-nimmt die Leitung der Heimkommission bis 1979.

1969 März: Schlussexamen der letzten 10 Schülerinnen der Schule für Kinderpflegerinnen. Ende der Kinderpflegerinnenschule.

Von 1933 bis 1969 wurden ca. 500 Kinderpflegerinnen ausgebildet. Das Diplom wurde seit 1949 vom Schweiz. Verband dipl. Schwestern für Wochenpflege, Säuglings- und Kinderpflege (WSK-Verband) anerkannt.

1951 Heim und Staat

Erlass des kantonalen Gesetzes über das Pflegekinderwesen und die Kinder- und Erziehungsheime im Kanton Basellandschaft vom 24. Sept. 1951. Beitragsmöglichkeiten an die einzelnen Heime bis Fr. 10'000.—pro Jahr.

1955 Ausführlicher Bericht über das Heim und Gesuche an die Regierungen Baselland und Baselstadt um finanzielle Beiträge.

1962 Anerkennung des Heimes als “gemeinnützig“ im Sinne des Gesetzes vom 24. Sept. 1951.

1965 Unterbreitung eines Bauprojektes an den Kanton Basellandschaft (Pro-jekt Nr. 8 mit Plänen und Modell).

1968 Änderung des Kinderpflegegesetzes vom 24. Sept. 1951. Die staatliche Hilfe ist nicht mehr auf Fr. 10'000.- pro Jahr beschränkt. Der Staat kann nun die Kosten für Heimleitung, für gewisse Angestellte übernehmen und bis 50% an Um- und Neubauten sowie an Erwerb von Land und Liegenschaften beitragen.

22 Ämter und Fürsorgestellen beider Kantone wünschen dringend die Errichtung eines Neubaus. Da für die Schwesternschule kein Orden mehr gefunden werden konnte, wurde von zuständiger kantonaler Stelle die Angliederung dieser Schule an das Kantonsspital nicht als opportun betrachtet.

Ein Bericht von Prof. Hottinger weist auf Entwicklung, Zustand und Be-dürfnisse des Heimes hin.

1969 18. Juni: Eingabe eines neuen Ausbauprojektes an die Kantone Basel-landschaft und Baselstadt für
  • 14 Kinder in der Aufnahmestation
  • 18 Kinder in einer Säuglingsabteilung
  • 40 Kinder in 4 Familienpavillons.
1970 25. Juni: Der Landrat stimmt dem Projekt zu und genehmigt 50% Baukostenbeitrag, nämlich Fr. 2'105'000.-- und einen Vorschuss von Fr. 1'473'000.--. letztgenannter Betrag als Vorschuss. Er entspricht dem gewünschten Beitrag von 35% des Kantons Baselstadt. Dieser Vorschuss war deshalb nötig, da der Bau noch in diesem Jahr begonnen werden sollte, der Grosse Rat aber erst später entscheiden konnte.

1970 – 1972 Baujahre

1971 Oktober: Bezug des Neubaus. Beginn des Lebens im Neubau.

21./22. Oktober: “Tag der offenen Tür“
5 Heimfamilien à 8 – 10 Kinder und eine Säuglingsabteilung mit bis zu 15 Kindern richten sich ein.

1973 – 1974 Renovation des Altbaus

1970 – 1995 Herr Pfr. Urs Huber wird geistlicher Beirat und löst Domherr Moll ab. Er übernimmt die religiöse Weiterbildung des Personals und hält in der Kapelle anfänglich 2 Mal pro Monat die hl. Messe; später noch 1 Mal. Weiterführung der hl. Messe 1 mal pro Monat bis auf weiteres.

1975 – 1976 Besinnung auf pädagogische und religiöse Zielsetzungen.
Durchführung einer wissenschaftlichen Studie über Struktur und Ge-samtkonzept des Heimes (Kobi-Bericht).
  • Hohe Kinderzahl (52 Kinder durchschnittlich)
  • Verschiedene Bedürfnisse von Säuglingen, Kleinkindern, Schulkin-dern, Behinderten und Müttern.
  • Wechsel des Personals
  • Erstmals werden männliche Erzieher eingestellt.
1977 Schliessung der Säuglingsabteilung im Dezember. Rückgang der Kinderzahl auf durchschnittlich 40 Kinder.

Heimleiterwechsel: Herr Franz Stillhard übernimmt die Heimleitung bis 1988; Frau Stillhard übernimmt die Betreuung der Mütter und das Hauswesen.

Einführung der Betriebskommission: Frau Margrit Bennet, seit 1961 Präsidentin des kath. Fürsorgevereins und Mitglied der Heimkommission wird erste Betriebskommissionspräsidentin.

1979 Ab April 1979 übernimmt Herr Dr. Georg Huber das Präsidium der Heimkommission (bis Oktober 1995), Herr Dr. Chrétien wird Ehrenpräsident.

Ab April 1979 übernimmt Herr Dr. Georg Huber das Präsidium der Heimkommission (bis Oktober 1995), Herr Dr. Chrétien wird Ehrenpräsident.

1980 Die Kinderzahl sinkt weiter auf durchschnittlich 33 Kinder. Die Nachfrage für Heimplätze von alleinerziehenden Frauen mit Kindern steigt.

Die Heimkommission stellt das Leitbild fertig.

1981 Eine Heimgruppe wird mit 4 Müttern mit Kindern bewohnt. Das Heim kann bis zu 13 Mütter aufnehmen.

1983 Das Heim stellt den Kindergarten dem Dorf zur Verfügung. 10 Dorfkinder besuchen den Kindergarten.

Die Erzieher führen einen Herbstbazar durch.

1988 Heimleiterwechsel: Herr Sander Van Riemsdijk übernimmt die Heimlei-tung bis 1993.

Frau Berthe Odermatt wird erste ausgebildete Mütterbetreuerin bis En-de Mai 1989.

1993 Frau Huberta Heinzl übernimmt das Präsidium des Katholischen Fürsor-gevereins Basel-Landschaft.

Heimleiterwechsel: Herr Thomas Andreetti übernimmt die Heimleitung bis 1996.

Jubiläumsfest 75 Jahre Heim 12. / 13. Juni . Tag der offenen Tür.

1994 Anstellung von Herrn Rolf Vökt als pädagogischer Leiter.

Frau Margrit Bennet übernimmt das Präsidium der Heimkommission bis 1996.

1995 Wahl von Frau Dr. Kathrin Christen als Heimkommissionpräsidentin bis GV 2000; Frau Bennet bleibt 1 Jahr Co-Präsidentin.

Herr Norbert Malsbender übernimmt das Amt des geistlichen Beirates.

1996 Heimleiterwechsel: Anstellung von Herrn Rolf Vökt als Heimleiter.

1997/1998 Die Kindergärten des Dorfes wurden wegen Umbauarbeiten ins Heim verlegt.

1998 Auflösung des Kindergartens, da zu wenig Kindergartenkinder. Die Gemeinde Seltisberg hat nun genügend Platz für ihre Kinder. Es werden nun auch grössere Kinder im Heim aufgenommen, und damit werden den grösseren Kindern angepasste Freizeitmöglichkeiten geschaffen (Computer usw.).

1999/2000 Wahl von Frau Dr. iur. Helen Gianola als Heimkommissionpräsidentin; Frau Dr. iur. Catherine Christen bleibt 1 Jahr Co-Präsidentin.

Jubiläum: 25 Jahre Neubau.

Einweihung des Kinderspielplatzes mit Fussballplatz und Spielhäuschen, der durch den Zivilschutzdienst Baselstadt, organisiert von Herr Leuen-berger, in Fronarbeit errichtet wurde. Die Spielgeräte werden aus dem Fonds bezahlt.

Im Auftrag des Jugendsozialdienstes wird durch Herr Henri Peter Herr-mann, Aarau, ein neues Konzept für das Mütter- und Kinderheim aus-gearbeitet. Die Wohnheimplätze (Mütter und Kinder) werden neu für 18 Personen erhöht.
2000 November: Herr Dr. W. Knapp, Lanzenneunforn, erhält den Auftrag, die Strukturen im Heim und Fürsorgeverein zu beurteilen.

2001 Neue Heimvereinbarung: Mit dem Kanton wird ein Leistungsvertrag für 3 Jahre abgeschlossen. Es werden keine Defizite mehr übernommen.

2001 11. Mai: Statutenänderung des KFV-BL; die Aufgaben der Heimkommission werden neu vom Vorstand übernommen. Es gibt nur noch einen Vorstand mit Ressorts für die verschiedenen Bereiche. Kompetenzen, Verantwortlichkeiten für die einzelnen Ressorts wurden in einem Geschäftsreglement festgelegt und vom Vorstand verabschiedet.

2002 Jubiläum 80 Jahre Kinderheim

2006 Heimleiterwechsel: Herr Simon Wiget übernimmt bis April 2008 die Heimleitung; Frau Sara Battista hat gleichzeitig die pädagogische Leitung inne.

2008 Interims-Heimleitung durch Dr. Winfried Knapp.

2008 Im Juni 2008 wird der Heimausschuss der Heime Auf Berg konstituiert und durch Herrn Marcel Schlatter präsidiert. Der Heimausschuss ist das Bindeglied zwischen der Heimleitung und dem Vorstand des Katholischen Fürsorgevereins.

2008 Heimleiterwechsel: Herr Pascal Tanner übernimmt im Dezember die Heimleitung.

2010 Im August 2010 Bekanntgabe des Veränderungsprozesses betreffend der rechtlichen Grundlage der Heime Auf Berg. Der Heimausschuss löst sich auf. Herr Urs Baumann aus Reinach, der künftige Verwaltungsratspräsident übernimmt bis zu Konstituierung der Aktiengesellschaft die strategische Leitung.

2011 Per 1. Januar 2011 startet die Heime Auf Berg AG, welche durch Herrn Urs Baumann, Reinach, präsidiert wird.

2012 Ende Juni 2012 Umzug des Mutter-Kind-Hauses vom Seltisberg nach Basel Stadt an den Karpfenweg ins ehemalige Lehrlingsheim.